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Kundenwissen · Aufnahmetag
Es muss nicht schön sein.
Es muss echt sein.
„Wir müssten vorher mal aufräumen.“ Diesen Satz höre ich vor fast jedem Termin, und er ist der häufigste Grund, warum ein Anruf noch ein halbes Jahr wartet. Es geht dabei selten nur um Späne auf dem Boden – es geht um die Halle von 1975, das Büro mit dem Aktenschrank und die Fassade, die mal wieder dran wäre. Hier steht, was davon wirklich zu tun ist.
Warum „schön“ das falsche Ziel ist.
Ein Betrieb, der für den Termin leergeräumt wurde, sieht auf den Bildern nicht ordentlich aus, sondern unbenutzt. Die Halle wirkt wie ein Lager kurz vor dem Umzug, die Werkbank wie im Prospekt des Werkzeugherstellers. Genau das, was Ihren Betrieb ausmacht – dass dort gearbeitet wird – ist dann nicht mehr im Bild.
Was Bilder glaubwürdig macht, sind die Spuren: der abgegriffene Griff, die Kreidestriche auf dem Holz, der Stapel Zuschnitte neben der Maschine. Bewerber und Kunden erkennen den Unterschied sofort, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Aufgeräumt heißt nicht glaubwürdig – es heißt nur aufgeräumt.
Was wirklich zu tun ist.
- Wege frei machen. Ich brauche Platz, um mit Stativ und Licht an die Stelle zu kommen. Das ist eine halbe Stunde Arbeit, keine Woche.
- Sagen, wer nicht ins Bild soll. Das klären Sie vorher im Haus; am Aufnahmetag reicht mir ein kurzer Hinweis. Was dazugehört, steht unter Mitarbeiterfotos: was vorher geklärt sein muss.
- Eine Person benennen, die mitgeht. Jemand, der den Weg kennt, Türen aufschließt und weiß, welche Maschine gerade läuft. Das spart mehr Zeit als jede Aufräumaktion.
- Fremde Marken abdecken, wo es stört. Das Fabrikat des Mitbewerbers auf der Palette, der Werbeaufsteller eines Lieferanten. Meist reicht ein anderer Blickwinkel, sonst geht es in der Bearbeitung.
Was ruhig so bleiben darf.
Staub, Späne, Ölflecken auf dem Boden. Kartons im Regal. Die gelbe Wand von damals. Der Schreibtisch mit Papier darauf – ein leerer Schreibtisch sagt, dass dort niemand arbeitet. Das Baujahr des Gebäudes sieht man ohnehin, und es ist kein Nachteil: Ein Betrieb, den es seit vierzig Jahren gibt, darf danach aussehen.
Auch nicht nötig: neue Arbeitskleidung für alle, frisch gewaschene Fahrzeuge, ein aufgeräumter Hof. Wenn die Kleidung sauber ist und sitzt, reicht das vollkommen.
Der Betrieb läuft weiter.
Ich fotografiere bei laufendem Betrieb, und das ist kein Zugeständnis, sondern die Voraussetzung. Eine Maschine, die läuft, ein Gabelstapler, der fährt, zwei Leute, die etwas besprechen – daraus entstehen die Bilder, die später benutzt werden. Angehaltene Produktion kostet Sie Geld und bringt mir leere Räume.
Wo es eng oder laut wird, richte ich mich nach Ihnen: kurze Unterbrechungen, wenn es gar nicht anders geht, und Schutzkleidung trage ich selbstverständlich. Sagen Sie mir vorher, was in Ihrem Haus gilt.
Was ich mitbringe.
Vor allem Licht. Die meisten Bedenken drehen sich in Wahrheit darum, dass es irgendwo dunkel oder grünstichig ist – und genau das ist der Teil, der mein Handwerk ist. Eine Werkstatt ohne Fenster, eine Halle mit Leuchtstoffröhren, ein Kellerraum: alles machbar. Dazu das mobile Set, wenn Produkte vor neutralem Grund gebraucht werden.
Und wenn wirklich etwas stört?
Dann sehen wir es am Aufnahmetag zusammen an. Meistens löst ein anderer Standpunkt das Problem, ohne dass jemand etwas anfassen muss.
Und was dann noch stört, geht hinterher raus. Die Colaflasche auf der Werkbank, die niemandem aufgefallen ist. Das Kabel quer durchs Bild, der vergessene Becher, das Schild, das schief hängt, die Spiegelung im Fenster. So etwas fällt fast immer erst am Bildschirm auf – und genau dafür gibt es die Bearbeitung. Sie müssen am Aufnahmetag also nicht mit den Augen eines Fotografen durch Ihren Betrieb gehen; das ist mein Teil, und was ich übersehe, ist danach noch zu erledigen. Wie weit das geht, steht unter Bildbearbeitung und Retusche.
Ein Grund, doch genauer hinzusehen.
Bei einem Punkt lohnt der Blick vorher trotzdem, und er hat nichts mit Ordnung zu tun: Ein veröffentlichtes Bild sehen auch Leute, die beruflich darauf achten. Die Berufsgenossenschaft achtet auf Arbeitssicherheit – die fehlende Schutzhaube, den zugestellten Fluchtweg, die Schutzbrille, die jemand für das Foto kurz abgenommen hat. Und ein Mitbewerber entdeckt einen Mangel im Hintergrund schneller als Sie selbst: Über das eigene Umfeld geht der Blick hinweg, weil man es jeden Tag vor Augen hat.
Deshalb sage ich am Aufnahmetag Bescheid, sobald mir so etwas begegnet – vor dem Auslösen, nicht hinterher. Meistens ist es in zwei Minuten erledigt. Was sich erst später zeigt, lässt sich oft noch entfernen. Hinzufügen ist etwas anderes: Einen Gehörschutz, den am Aufnahmetag niemand getragen hat, könnte ich ins Bild setzen – dann zeigt das Bild aber etwas, das so nicht war. Prüfen kann ich nichts und entscheiden auch nicht – ich weise hin, und Sie sagen, ob ein Bild so gezeigt wird.
Fragen zu
Vorbereitung.
Die Kurzfassung.
7 FragenMüssen wir vorher aufräumen?
Nur so weit, dass ich an die Stellen komme – Wege frei, mehr nicht. Ein leergeräumter Betrieb sieht auf Bildern nicht ordentlich aus, sondern unbenutzt. Gebrauchsspuren machen die Aufnahmen glaubwürdig, nicht schlechter.
Sollten wir vorher streichen oder renovieren?
Nein. Eine Wand wird kein Motiv, nur weil sie frisch gestrichen ist. Wenn ein Bereich wirklich nicht zeigbar ist, fotografieren wir woanders – das entscheidet sich am Aufnahmetag in zwei Minuten.
Muss die Produktion stillstehen?
Im Gegenteil. Ich fotografiere bei laufendem Betrieb; angehaltene Maschinen kosten Sie Geld und ergeben leere Bilder. Wo es eng oder laut wird, richte ich mich nach Ihren Vorgaben und trage die Schutzkleidung, die bei Ihnen gilt.
Was sollten wir dann überhaupt vorbereiten?
Drei Dinge: Wege frei, jemand, der mich begleitet und Türen aufschließt, und die Klarheit darüber, wer nicht ins Bild soll. Alles andere bringe ich mit.
Bei uns ist es ziemlich dunkel. Geht das trotzdem?
Ja, das ist der Teil, der mein Handwerk ist. Werkstatt ohne Fenster, Halle mit Leuchtstoffröhren, Kellerraum – dafür ist das Licht dabei.
Achten Sie auch auf Arbeitssicherheit im Bild?
Ich sage Bescheid, wenn mir etwas auffällt – die fehlende Schutzhaube, der zugestellte Fluchtweg, die abgenommene Schutzbrille. Berufsgenossenschaft und Mitbewerber sehen sich veröffentlichte Bilder genauer an, als man das selbst tut. Prüfen kann ich nichts und entscheiden auch nicht; ich weise hin, und Sie sagen, ob ein Bild so gezeigt wird.
Was ist, wenn doch etwas Störendes im Bild ist?
Meist löst ein anderer Standpunkt das schon vor Ort. Und was erst am Bildschirm auffällt – die Colaflasche auf der Werkbank, ein Kabel quer durchs Bild, eine Spiegelung – nehme ich in der Bearbeitung heraus. Sie müssen am Aufnahmetag nicht jedes Detail selbst entdecken.
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Ihr Projekt.
Erzählen Sie mir kurz, worum es geht. Ich melde mich in der Regel am selben Werktag.